Der Mensch - Marc Borchert

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Der Mensch

Der Mensch verkennt des Menschen Pein
Der Mensch, er kennt's nicht Mensch zu sein
Des Menschen Blut,
Des Menschens Brut gemeinsam zu verzehren
Das schwebt ihm vor, das führt er aus
Maschninell verdeckter Lebensschmaus
Eventuell verhassten lebensgraus zu ehren.

Das trübe Geblüt des Menschen Gemüt
Sich durch und durch vermehren
Der Trauerkloß am Fuße ihm
Den Menschen in die Grube zu ziehn
Ihm Leid und Heil zu bescheren

Die Art gepaart und doch gepackt
Am Schopfe kleiner Köpfe
Die Axt sie hackt, sie teilt das Haar,
Dass Pöbel sich ergötze

Der Mensch ist schlicht und merkt es nicht
Der Weg der ihm geebnet
Wo führt er hin? Wo hört er auf?
Man läuft in Blind und schaut hinauf
Vom Unheil'gen Schein gesegnet

Doch Leid bescheinigt und parodiert
Mit Licht vom Schein des Seins verziehrt
Erlösung? Das sieht anders aus?
Kafkas Katze fängt die Maus
Und Schrödinger will gar nichts wissen
Nur ahnen, glauben von Platos Ort
Der dort geschieht wo's Wort geschieht
Nicht Existent und doch verdorrt
Und wer darin keinen Ort mehr sieht.
Wird auch von der Existenz zerrissen

Ach, Mensch, sei Mensch und lab' dich im wein
Und lobe dir den Schein am Sein
Erhebe dich und späh dorthin, gib deinem Leben einen Sinn

Sieh zu wohin der Teufel führt und folge ihm doch unberührt
Begreif was es ist ein Mensch zu sein.
Der Mensch ist Mensch und stirbt allein.

 
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